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Punica Granatum – Wissenswertes über den Granatapfel

Der aktuell als Superfrucht beworbene Granatapfel zählt zu den ältesten Kult-, Kultur- und Heilpflanzen. Die auch unter der Bezeichnung Grenadine bekannte Frucht galt schon in der Antike als Sinnbild göttlicher Liebe und Unsterblichkeit und mit ihren zahlreichen Samenkernen als Symbol für Fruchtbarkeit und Glück. Im Mittelalter priesen die Alchemisten die lebensverlängernde Wirkung, und der Granatapfel wurde als Reichsapfel zum Symbol für Herrschertugend.

Herkunft und Aussehen – Der Granatapfelbaum zählt zur Familie der Weiderichgewächse, wächst fünf bis acht Meter hoch und wird vorzugsweise als Strauch kultiviert. Die Pflanze, die ihren Ursprung vermutlich in Persien (heute: Iran) hat, wird seit Jahrhunderten in den Ländern rund um das Mittelmeer angebaut. Der Granatapfel, botanisch eine Beere, besitzt eine rot-braune, ledrige Schale. Im Inneren finden sich mehrere Kammern, getrennt durch weißliche Häute und gefüllt mit mehreren hundert Samenkernen, die jeweils von rotem, fleischigem, glasigem Fruchtfleisch umgeben sind. Eine durchschnittliche Frucht erreicht einen Durchmesser von zehn Zentimetern und ein Gewicht von 400-500 Gramm, wovon etwa die Hälfte die Kerne ausmachen.

Lagerung und Verwendung – Der Granatapfel wird reif geerntet und kann bei Zimmertemperatur zwei bis drei Wochen gelagert werden. Im Kühlschrank bei Temperaturen von fünf bis zehn Grad Celcius bleibt er sogar mehrere Monate frisch. Gegessen werden die Samenkerne des Granatapfels. Sie zerplatzen beim Kauen, schmecken säuerlich süß bis herb und erinnern dabei an Johannisbeeren. In der Küche verwendet man sie für Salate, zu Süßspeisen, in orientalischen Gerichten und als Beilage zu Käse, Fisch und Fleisch. Der Saft des Granatapfels wird pur oder verdünnt getrunken und zu tiefrotem Grenadinesirup verarbeitet, der gerne in Cocktails und Erfrischungsgetränken Verwendung findet.

Inhaltsstoffe – Granatäpfel enthalten circa 16 Prozent Gesamtzucker, der hauptsächlich aus fast gleichen Anteilen von Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) besteht. Sie sind reich an Kalium, enthalten Eisen, Vitamin C und Folsäure und verfügen vor allem über eine Vielzahl bioaktiver Inhaltsstoffe, weit mehr als Blaubeeren, grüner Tee und Rotwein. Diesen sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoide, Anthocyane, Polyphenole) werden antioxidative Eigenschaften und andere positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben und ihnen verdankt der Granatapfel seinen Ruf als sogenannte Superfrucht.

Verarbeitung – Für die dekorative Öffnung eines Granatapfels empfiehlt sich folgendes Vorgehen, in den Bildern demonstriert von Mehmet Güzelel, Mitarbeiter der Firma Helmuth Ehmann Fruchthandels GmbH:

1. Die Frucht mit einem scharfen Messer am oberen Ende kreisrund einschneiden und den Deckel abheben.
2. Die Schale senkrecht entlang der einzelnen Samenkammern einschneiden, die Samenkammern nach außen biegen und die weißen Trennhäute entfernen.
3. Zum Verzehr die einzelnen Samenkammern abschneiden, die Kerne abknabbern/absnacken oder mit einem kleinen Löffel vorsichtig herauslösen.
Zur Saftgewinnung wird die Frucht halbiert und der Granatapfel mit einer Zitruspresse vorsichtig ausgepresst.

Vorsicht – Der Saft enthält Gerbstoffe und Farbstoffe, die Hände und Textilien nachhaltig färben. Deshalb sollten beim Aufschneiden und Auspressen Einweghandschuhe angezogen und Spritzer vermieden werden.

Bericht: Dr. Kerstin Filipzik

 

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